Auf den Spuren der Römer an der Donau





Internationale touristische Strecke „Auf den Spuren der Römer an der Donau“
Trasse: Komárno - Iža (Bereich in der Slowakischen Republik)

(Bemerk.: Die Strecke setzt in Ungarn fort: Almásfüzitõ - Szõny - Komárom)

Nach der Kreuzung von der Brücke die zur Elisabeth Insel führt biegen wir nach rechts ab - die Palatin-Straße führt uns zum Donauländischen Museum (13) mit einer ständigen Exposition “Die Geschichte von Komárno und des Umkreises von der Urzeit bis in das 19. Jh”. Ein Bestandteil der Ausstellung ist auch die Präsentierung von Denkmälern aus römischer Zeit. Nach dem Besuch des Museums erwartet uns ein Spaziergang durch den historischen Stadtkern. Auf dem Stadtplatz dominiert das Rathausgebäude (ursprünglich ein Barockbau, der im J. 1875 umgebaut wurde), vor ihm steht das Standbild des Generals Juraj Klapka. Den Westteil des Stadtplatzes nimmt das Gebäude des ehemaligen Zichy-Palastes ein, sein parkartig gestalteter Hof führt zu dem neuen Zentrum: Europa Platz, das in stilisierter Form die Architektur der einzelnen europäischen Länder und Regionen präsentiert. Durch das St. Ladislaus-Tor gelangen wir in die Franziskaner- oder Jókai-Gasse, die auf den Kossuth-Platz führt. Vom Kossuth-Platz gelangen wir durch die Komenský-Gasse zum Lapidarium römischer Denkmäler in der Bastion VI (14) des Festungssystems, wo sich Bildhauerwerke aus dem Gebiet Pannoniens aus der Zeit des 1. - 4. Jh. befinden. Die Exposition der römischen Denkmäler erhielt den Preis Europa nostra - für die Rettung und kulturgesellschaftliche Ausnützung des Kulturerbes Europas. Nach der Besichtigung des Museums gelangen wir in westlicher Richtung durch die Straße Okružná entlang der einzelnen Bastionen (IV-II) bis zum Bratislavaer Tor - zu der ehemaligen Bastion I. Von dort gehen wir beim Hafen vorbei und entlang des Donauufers (Dunajské nábrežie) und der Gasse Elektrárenská cesta zur Neuen und Alten Festung am Zusammenfluss der Waag und Donau. Der Weg führt uns entlang der Waag auf die Brücke über den Fluss, wo wir auf der Trasse hinter den römischen Denkmälern fortsetzen können.

Zum Kastell „Kelemantia“ (15) gelangen wir aus der Richtung von Komárno wie auch von Nové Zámky auf der Hauptstraße Nr. 64 und einer Abzweigung auf die Straße Nr. 63 in die Gemeinde Iža. Vo der Gemeindemitte setzen wir nach Orientierungsschildern auf einem Paneelweg zur Donau fort, und dann auf ihm weiter ca. 1,5 km entlang des Ufers flussaufwärts in der Richtung nach Westen.
Die zweite Trasse führt in der Richtung von Komárno entlang der örtlichen Kommunikation von der Waagbrücke auf einer Abzweigung nach rechts durch den Stadtteil Komárno-Ve¾ký Harèᚠ(ca. 3 km), und dann weiter auf einem kurzen Abschnitt (800 m) auf den Feldweg. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß gelangen wir hierher aus Iža wie auch aus Komárno ebenfalls entlang des Waag- und Donauschutzdammes (ca. 4 km). Seine Oberfläche besteht aus gestreutem Schotter. In der Richtung von Komárno unmittelbar hinter der Brücke gelangen wir auf den Waagdamm und danach bis zum Zusammenfluss der Waag und Donau. Wir setzen auf dem Donaudamm weiter fort, bis uns da Informationssystem auf römische Denkmäler aufmerksam macht. Auf dem Weg entlang des Dammes oder durch den Stadtteil Komárno-Ve¾ký Harèᚠgelangen wir etwa nach 3,5 km zu einer Informationstafel, die uns mit der Position der vorübergehenden römischen Feldlager aus der Zeit der Markomannenkriege bekannt macht. Von dort setzen wir auf dem Feldweg fort, und nach 500 m gelangen wir zum römischen Kastell Kelemantia.

Das ganze Kastellareal im Ausmaß von über 3 ha steht schon seit dem J. 1957 unter Denkmalschutz und im J. 1990 wurde es zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Heute ist es zur Form eines Freilichtmuseums gestaltet und den Besuchern unentgeltlich das ganze Jahr hindurch zugänglich.

Das Kastell war ein vorgeschobener Brückenkopf des Legionslagers Brigetio und zugleich ein Bestandteil des Festungssystems (limes romanus), das entlang der Nordgrenzen der Provinz Pannonien errichtet wurde. Die erste Befestigung an dieser Stelle - ein Holz-Erde-Lager stammt aus der Zeit der Markomannenkriege, aus den 70er Jahren des 2. Jh. Sein Innenareal mit Bauten aus ungebrannten Lehmziegeln schützten Erdwälle mit einer Palisadenschanze mit Toren und Türmen und ebenfalls ein Paar von Spitzgräben. Verwüstet wurde es nach kurzer Zeit bei einem unerwarteten germanischen Angriff. Ende des 2. Jh. errichteten die Römer an derselben Stelle ein steinernes Auxiliar-Kastell - ein ständiges Lager für eine militärische Hilfstruppe. Sein Grundriss hatte die Form eines Vierecks mit gerundeten Ecken (172 x 172 m). Die mit Zinnen abgeschlossene Festungsmauer erlangte die Mächtigkeit von 2 m und eine Höhe von 4-5 m. Einen Bestandteil der Wehrmauer bildeten 20 Türme, mit denen vier Tore, die Ecken und die Abschnitte zwischen den Ecken und Toren befestigt waren. Angeschlossen war von der Innenseite an die Schanzen rundherum eine Erdschüttung und von der Außenseite war die Festung von zwei, später sogar fünf Gräben umgeben. In Kastellinneren waren die Gebäude im Gassensystem angeordnet: ein Kommandanten- und Stabsgebäude, Kasernen, Lagerräume, Ställe, Werkstätten, Bäder, aber auch Wasserzisternen, Brunnen und Brotbacköfen. Das Kastell wurde um die Mitte des 3. Jh. stark beschädigt, jedoch abermals erneuert. Seinem Zweck diente es bis zum Ende des 4. Jh.
Diese Erkenntnisse über die Entwicklung des Kastells bietet uns ein Informationssystem, das vom 1. Mai bis zum 31. Oktober installiert ist. Auf dem Donauschutzdamm ist ein Aussichtspunkt, von wo sich uns ein Blick auf das ganze Kastellareal und seinen Umkreis wie auch auf die Donau und das gegenüberliegende Ufer bietet, wo einst das Legionslager Brigetio stand. Untergebracht ist hier eine Karte des nordpannonischen Abschnittes der römischen Grenzen.

Auf dem Kastellgelände kann man Teile der ursprünglichen und rekonstruierten Objekte besichtigen. Die Funde aus dem römischen Lager sind ausgestellt in einer dauernden Exposition des Donauländischen Museums in Komárno und im Lapidarium römischer Denkmäler in der Bastei VI, aber auch in der Schatzkammer des Slow. Nationalmuseums in Bratislava und in der ständigen Exposition des Slow. Landwirtschaftlichen Museums in Nitra (im Areal Agrokomplex).
Internationale touristische Strecke „Auf den Spuren der Römer an der Donau“ schließt sich an dem Donau Fahrradweg Richtung Štúrovo an.



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1 - Die Töpfersiedlungen aus dem 2.Jh. und 3. Jh. (gegenüber der Treibstofftankstelle, Komárom - Szõny, HU)
2 - Der zur Donau führende Weg verläuft, im wesentlichen entlang der östlichen Festungsmauer des Legionslagers Brigetio. (Komárom - Szõny, HU)
3 - Die Stelle der ersten römischen Festung in Brigetio - des Auxiliar-Holz-Erde-Lagers. (Komárom - Szõny, HU)
4 - Der Sarkophag in dem Park der Siedlung. (Komárom - Szõny, HU)
5 - Der Westrand der gegenwärtigen Siedlung - zugleich auch des römischen Legionslagers, umgrenzt eine Reihe von Garagen. An diesen Stellen begann bereits die Militärstadt - die canabae legionis. (Komárom - Szõny, HU)
6 - Die Westgrenze der Militärstadt befand sich bei dem heutigen Speicher. (Komárom - Szõny, HU)
7 - Das Zentrum der Zivilstadt von Brigetio - archäologische Grabung. (Komárom - Szõny, HU)
8 - Das Thermalbad (Komárom, HU)
9 - Der Stadtplatz mit dem Rathaus aus dem 19. Jh. und mit römischen Sarkophage. (Komárom, HU)
10 - Die Igmándi-Festung mit dem Lapidarium römischer Denkmäler des György Klapka-Museums. (Komárom, HU)
11 - Die Semaphor-Kreuzung: in ihrer Südostecke befindet sich ein Meilenstein aus dem 4. Jh. (Komárom, HU)
12 - Die römische Exposition des György Klapka-Museums (Kelemen László Strasse 22, Komárom, HU)
13 - Podunajské múzeum - Donaulandmuseum (Palatínova Strasse 13, Komárno, SK)
14 - Das römischeLapidarium (Bastion VI., Vnútorná okružná Strasse, Komárno, SK)
15 - Das römisches Kastell Kelemantia (Iža, SK)